Stolper- und Sturzunfälle vermeiden: Das unterschätzte Risiko Nr. 1 in Betrieben in Duisburg und Essen
Wenn Sie einen Betrieb in Duisburg oder Essen führen, denken Sie beim Thema Arbeitssicherheit vermutlich zuerst an Maschinen, Stapler oder Elektroanlagen. Die Statistik sagt etwas anderes: Das größte Unfallrisiko liegt am Boden. Im DGUV Barometer Arbeitswelt 2026, veröffentlicht am 25. März 2026, nennen 53 Prozent der befragten Erwerbstätigen Stolpern, Rutschen und Stürzen als Unfallrisiko am eigenen Arbeitsplatz – mit deutlichem Abstand vor allen anderen Gefahren.

Stolper- und Sturzunfälle vermeiden: Das sagen die aktuellen Zahlen
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat gemeinsam mit dem Barometer Arbeitswelt 2026 auch die vorläufigen Unfallzahlen für 2025 vorgelegt. Die wichtigsten Eckwerte:
730.598 meldepflichtige Arbeitsunfälle im Jahr 2025 – rund 24.000 weniger als im Vorjahr.
335 Menschen starben bei einem Arbeitsunfall, zehn weniger als im Vorjahr und damit der dritte Tiefstand in Folge.
53 Prozent der Befragten sehen Stolpern, Rutschen und Stürzen als Unfallrisiko am eigenen Arbeitsplatz.
Zum Vergleich: Der Umgang mit Werkzeugen und mit Maschinen wird jeweils nur von rund 21 Prozent genannt.
Der Befund ist unbequem, weil er so unspektakulär ist. Ein umgeknickter Fuß auf einer nassen Rampe schafft es in keine Schlagzeile – kostet den Betrieb aber schnell mehrere Wochen Ausfall.
Die häufigsten Stolperfallen – und warum sie übersehen werden
In der Praxis wiederholen sich die Ursachen erstaunlich zuverlässig. Bei Begehungen in Lager-, Produktions- und Handwerksbetrieben im Ruhrgebiet finden wir vor allem diese Punkte:
Kabel, Schläuche und Verlängerungsleitungen quer über Verkehrswege.
Nässe, Öl und Späne auf glattem Beton – besonders an Toren, Rampen und Waschplätzen.
Beschädigte Bodenbeläge, lose Fußmatten und aufstehende Kantenprofile.
Abgestellte Paletten, Gitterboxen und Kartons in Verkehrs- und Fluchtwegen.
Zu dunkle Neben-, Treppen- und Kellerbereiche mit defekten Leuchtmitteln.
Fehlende oder lockere Handläufe an Treppen und Podesten.
Der Grund, warum diese Mängel so oft durchrutschen: Sie entstehen im Tagesgeschäft und verschwinden scheinbar von selbst wieder – bis jemand stürzt. Eine einmal im Jahr abgehakte Begehung erwischt sie schlicht nicht.
Kleine Betriebe trifft es besonders – hier hilft die Gefährdungsbeurteilung
Ein Ergebnis des DGUV Barometers sollte kleine und mittlere Betriebe aufhorchen lassen: Je kleiner das Unternehmen, desto seltener wurden überhaupt Vorkehrungen für Notfälle getroffen. Befragte aus Kleinunternehmen geben zudem deutlich seltener an, dass ihr Betrieb eine Gefährdungsbeurteilung durchführt, als Beschäftigte größerer Unternehmen.
Genau hier setzt die Gefährdungsbeurteilung an. Sie ist keine Formsache für den Aktenordner, sondern das Werkzeug, mit dem Sie Verkehrswege, Bodenbeläge, Beleuchtung und Treppen systematisch erfassen, konkrete Maßnahmen festlegen und deren Wirksamkeit kontrollieren. 📋 Genau diese Kette – Gefährdung, Maßnahme, Verantwortlicher, Wirksamkeitskontrolle – will auch die Aufsichtsbehörde bei einer Besichtigung sehen.
Checkliste: 7 Punkte für Ihre nächste Betriebsbegehung
Diese sieben Punkte können Sie ohne Vorbereitung beim nächsten Rundgang abarbeiten:
Sind alle Verkehrswege frei – keine Kabel, Schläuche oder abgestellten Ladungsträger?
Sind die Bodenbeläge unbeschädigt, ohne Risse, Löcher, lose Matten oder aufstehende Profile?
Passt die Rutschhemmung zum Bereich – besonders an Toren, Rampen und in Nassbereichen?
Ist die Beleuchtung überall ausreichend, auch in Neben-, Treppen- und Lagerräumen?
Haben alle Treppen feste Handläufe, markierte Antrittsstufen und sind sie frei von Lagergut?
Sind Höhenunterschiede, Kanten und Stufen deutlich markiert?
Passt das Schuhwerk zum Untergrund – und wird es auch tatsächlich getragen?
🔒 Tipp: Halten Sie jede Begehung mit Datum, Feststellung, Maßnahme, Verantwortlichem und Erledigungstermin fest. Eine Feststellung ohne Termin ist im Ernstfall keine Maßnahme, sondern nur eine Notiz.
Fazit: Stolper- und Sturzunfälle vermeiden ist die günstigste Prävention, die es gibt
Kein anderes Unfallrisiko lässt sich mit so wenig Aufwand so wirksam senken. Ein freigeräumter Verkehrsweg, eine reparierte Bodenfuge und eine funktionierende Leuchte kosten fast nichts – ein Sturz mit Bruch kostet Wochen. Wer Stolper- und Sturzunfälle vermeiden will, braucht dafür keine neue Technik, sondern einen festen Rhythmus aus Begehung, Dokumentation und Nachverfolgung. ✅
Übrigens: Unsere kostenlose Prüffristen-Checkliste zeigt Ihnen auf einen Blick, welche Prüfungen in Ihrem Betrieb wann fällig sind – von der Regalprüfung über Leitern und Tritte bis zur Elektroprüfung. Fordern Sie sie einfach kurz über unser Kontaktformular an.
Sie möchten Verkehrswege, Regale, Leitern oder Elektroanlagen prüfen lassen oder brauchen Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung? Rufen Sie uns an unter +49 178 53 65 903 oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Sicher Geprüft ist im gesamten Ruhrgebiet für Sie unterwegs – von Duisburg über Essen bis Oberhausen und Mülheim.
Quelle: DGUV, Pressemitteilung „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit erhöhen Deutschlands Krisenfestigkeit“ zum DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 vom 25. März 2026.



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