Sicherheitsbeauftragte vs. Fachkraft für Arbeitssicherheit: Wer macht was?
- Kai Telzerow
- 28. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
In vielen Unternehmen herrscht oft Verwirrung darüber, wer eigentlich für welche Aufgaben im Bereich Arbeitssicherheit zuständig ist. Gerade die Rollen von Sicherheitsbeauftragten und Fachkräften für Arbeitssicherheit werden häufig verwechselt oder nicht klar abgegrenzt. Dabei ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen, um die Arbeitsschutzmaßnahmen effektiv und rechtssicher umzusetzen. In diesem Beitrag erkläre ich dir, was die beiden Positionen ausmacht, welche Aufgaben sie übernehmen und wie sie zusammenarbeiten.
Was macht ein Sicherheitsbeauftragter?
Ein Sicherheitsbeauftragter ist in erster Linie eine unterstützende Kraft im Betrieb. Er wird meist aus den eigenen Reihen der Mitarbeiter benannt und hat die Aufgabe, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu fördern. Dabei steht er als Ansprechpartner für Kollegen zur Verfügung und hilft, Gefahren frühzeitig zu erkennen.
Typische Aufgaben eines Sicherheitsbeauftragten:
Beobachtung des Arbeitsumfelds auf mögliche Gefahrenquellen
Meldung von Sicherheitsmängeln an die Führungsebene oder Fachkraft für Arbeitssicherheit
Unterstützung bei der Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen
Teilnahme an Sicherheitsbesprechungen und Schulungen
Förderung des Sicherheitsbewusstseins unter den Mitarbeitern
Der Sicherheitsbeauftragte ist also eine Art „Augen und Ohren“ im Betrieb. Er sorgt dafür, dass kleine Probleme nicht übersehen werden und trägt so zur Prävention bei.

Die Rolle der Fachkraft für Arbeitssicherheit
Im Gegensatz zum Sicherheitsbeauftragten ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit (kurz: SiFa) eine speziell ausgebildete Person, die entweder intern angestellt oder extern beauftragt wird. Sie besitzt fundiertes Fachwissen und kennt die gesetzlichen Vorschriften genau. Ihre Hauptaufgabe ist es, den Arbeitgeber bei allen Fragen rund um den Arbeitsschutz zu beraten und zu unterstützen.
Wichtige Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit:
Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen
Entwicklung und Überprüfung von Sicherheitskonzepten
Schulung und Unterweisung der Mitarbeiter
Überwachung der Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften (z.B. DGUV, UVV)
Beratung bei der Auswahl von Schutzausrüstung und technischen Sicherheitsmaßnahmen
Unterstützung bei der Dokumentation und Vorbereitung auf Prüfungen durch Behörden
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit trägt somit eine große Verantwortung. Sie sorgt dafür, dass das Unternehmen rechtssicher aufgestellt ist und die Gesundheit der Mitarbeiter geschützt wird.

Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbeauftragten und Fachkraft für Arbeitssicherheit
Damit Arbeitssicherheit im Unternehmen wirklich funktioniert, müssen Sicherheitsbeauftragte und Fachkraft für Arbeitssicherheit eng zusammenarbeiten. Beide Rollen ergänzen sich perfekt: Während der Sicherheitsbeauftragte vor Ort die Gefahren erkennt und meldet, sorgt die Fachkraft für Arbeitssicherheit für die fachliche Bewertung und Umsetzung der Maßnahmen.
So gelingt die Zusammenarbeit:
Regelmäßiger Austausch: Sicherheitsbeauftragte berichten der Fachkraft für Arbeitssicherheit über Beobachtungen und Probleme.
Gemeinsame Schulungen: Beide nehmen an Schulungen teil, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Klare Zuständigkeiten: Die Fachkraft übernimmt die Planung und Kontrolle, der Sicherheitsbeauftragte die praktische Umsetzung vor Ort.
Dokumentation: Sicherheitsbeauftragte unterstützen bei der Erfassung von Vorfällen, die Fachkraft sorgt für die rechtssichere Dokumentation.
Diese Zusammenarbeit ist besonders wichtig, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und Haftungsrisiken zu minimieren. So kannst du sicher sein, dass dein Unternehmen gut geschützt ist.
Warum ist die Unterscheidung so wichtig?
Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung der klaren Rollenverteilung. Das führt oft zu Doppelarbeit, Missverständnissen oder sogar zu Sicherheitslücken. Gerade für Geschäftsführer und Verantwortliche ist es entscheidend, die Zuständigkeiten genau zu kennen.
Vorteile einer klaren Abgrenzung:
Rechtssicherheit: Du vermeidest Bußgelder und Haftungsrisiken.
Effizienz: Aufgaben werden zielgerichtet und ohne Verzögerung erledigt.
Motivation: Mitarbeiter fühlen sich sicherer und besser betreut.
Transparenz: Prüfungen durch Behörden verlaufen reibungsloser.
Wenn du diese Punkte beachtest, kannst du die Arbeitssicherheit in deinem Unternehmen nachhaltig verbessern.
Praktische Tipps für die Umsetzung im Betrieb
Damit die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbeauftragten und Fachkraft für Arbeitssicherheit reibungslos funktioniert, habe ich hier einige Empfehlungen für dich:
Benennung von Sicherheitsbeauftragten: Wähle Mitarbeiter aus, die motiviert sind und ein gutes Gespür für Sicherheit haben.
Regelmäßige Schulungen: Sorge dafür, dass beide Rollen regelmäßig geschult werden, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Klare Kommunikation: Etabliere feste Kommunikationswege und regelmäßige Treffen.
Digitale Unterstützung: Nutze digitale Tools, um Prüfungen, Dokumentationen und Termine übersichtlich zu verwalten.
Verantwortlichkeiten schriftlich festhalten: Halte die Aufgaben und Zuständigkeiten in einer Betriebsvereinbarung oder einem Organigramm fest.
Mit diesen Maßnahmen kannst du die Arbeitssicherheit in deinem Unternehmen nicht nur rechtssicher, sondern auch effizient gestalten.
Ich hoffe, dieser Beitrag hat dir geholfen, die Unterschiede zwischen Sicherheitsbeauftragten und Fachkraft für Arbeitssicherheit besser zu verstehen. Wenn du mehr über das Thema erfahren möchtest oder Unterstützung bei der Umsetzung brauchst, schau dir gerne die Angebote von Sicher Geprüft an. Dort findest du digitale Lösungen, die dir die Arbeit erleichtern und für Rechtssicherheit sorgen.
Bleib sicher und gesund!



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